auch solche tage waren immer schon da

„wir wundern uns wund an einem wort“ —
Von Worten zum Wundwundern und solchen, die man verliert oder vergeblich sucht — davon
sprechen die Gedichte von Katrin Pitz. Es sind Gedichte, die wahrnehmen, was unter
Oberflächen verborgen liegt und erst noch zu entdecken ist, Gedichte, denen das Selbstverständliche fremd ist, wird und bisweilen auch bleibt.
Sie sprechen von Kindheitswundern und Kindheitswunden, von Struktur und Zerfall in der Natur und der Sprache. Katrin Pitz´ Gedichte kennen Schmerz und auch die Schönheit des Schweigens und der Stille, sie nehmen das Einmalige in den Blick und legen Erinnerungen frei, wissend, dass ungewiss bleibt, ob dem Wahrgenommenen zu trauen ist. Sie lassen die Worte zittern und misstrauen sanft, aber bestimmt jeglichem Anspruch auf Inbesitznahme, Überlegenheit oder Geschlossenheit: „ein hochsitz dachtest du dir / den aus oder gibt es ihn wirklich / seit wann ist er dir eigen“ heißt es in einem der Gedichte, und in einem anderen: „vollständigkeit und andere ansprüche / habe ich nie erhoben / nur eine liste mit fragen / verwahrt im baumhausarchiv“.
Beate Tröger

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